Ein Schöpfungslied – können wir heute noch loben?

Äpfel

Der Sonnengesang des Franz von Assisi, der auf Psalm 148 wird in der klassischen Kunst aber auch zeitgenössisch immer wieder interpretiert. Dieses geschieht in Bildern, Filmen, Worten und Taten. Hierzu entstand im Herbst 2007 ein Vortrag der zu einer entsprechenden Ausstellung in Ostbevern von mir gehalten wurde.
Update: 17.08.2009 Einfügen der Bilder
Ausgehend vom Psalm 148 in der Übersetzung nach Martin Luther (Fassung 1984)

Psalm 148
1 Halleluja! Lobet, ihr Himmel, den Herrn; lobet ihn in der Höhe!
2 Lobet ihn, alle seine Engel; lobet ihn, all sein Heer!
3 Lobet ihn, Sonne und Mond; lobet ihn, alle leuchtenden Sterne!
4 Lobet ihn, ihr Himmel allenthalben, und die Wasser, die oben am Himmel sind!
5 Die sollen loben den Namen des Herrn; denn er gebeut, so wird’s geschaffen.
6 Er hält sie immer und ewiglich; er ordnet sie, daß sie nicht anders gehen müssen.
7 Lobet den Herrn auf Erden, ihr Walfische und alle Tiefen;
8 Feuer, Hagel, Schnee und Dampf, Sturmwinde, die sein Wort ausrichten;
9 Berge und alle Hügel, fruchtbare Bäume und alle Zedern;
10 Tier und alles Vieh, Gewürm und Vögel;
11 ihr Könige auf Erden und alle Leute, Fürsten und alle Richter auf Erden;
12 Jünglinge und Jungfrauen, Alte mit den Jungen
13 sollen loben den Namen des Herrn; denn sein Name allein ist hoch; sein Lob gehet, soweit Himmel und Erde ist.
14 Und er erhöhet das Horn seines Volks. Alle seine Heiligen sollen loben, die Kinder Israel, das Volk, das ihm dienet, Halleluja!

habe ich meine Gedanken zu diesem Text festgehalten.
Abendmahl

Sonnengesang
Höchster allmächtiger guter Herr
Dir sei das Lied die Herrlichkeit die Ehre
und aller Segen
Dir allein Höchster kommen sie zu
Kein Mensch ist würdig dich zu nennen

Anbetung, Ehre, Segen und Würde bestimmen das Ansehen der Menschen. Wir gelten als klein und unbedeutend. Und doch sind wir Teil des Ganzen und unsere Beziehung zu unserem Schöpfer bestimmt unser Denken und Handeln.
Golden Gate National Park

Lob sei dir mein Herr
mit deiner ganzen Schöpfung
vor allem mit dem Herrn Bruder Sonne
Er bringt uns den Tag
und spendet uns Licht
Schön ist er
und strahlend mit großem Glanz
Von dir Höchster ein Zeichen

Franziskus aber auch der Beter des Ausgangspsalms sieht uns als Teil der ganzen Schöpfung und die Mitgeschöpfe als unsere Geschwister. Die Sonne, als unser Bruder ist ohne Gegengabe gegeben.

Wo können wir diesen Bruder Sonne* heute nutzen: Solarenergie, Aufwindkraftwerke Photovoltaik und ein Leben mit dem Jahreslauf sind hier Stichworte.

Winter in Bergkirchen

Lob sei dir mein Herr durch Schwester Mond
und die Sterne
Am Himmel formtes du sie
glänzend kostbar und schön

Die Schwester Mond* läßt uns die tageszeiten nutzen und die Schönheit des Halbdunkels erfahren. Scheinbar sinnloses hat einen Sinn auch wenn wir ihn oft nicht erkennen. Heute haben wir eine Ahnung davon, welche Kraft von dem Mond mit den Gezeiten ausgeht. Damals zur Zeit des Franziskus war er ein Licht am Firnament, das nicht einmal zuverlässig am Himmel stand und allenfalls zur Bestimmung der Monate diente.
Windräder in Bergkirchen (Winter)

Lob sei dir mein Herr durch Bruder Wind
durch Luft und Wolken
durch heiteres und jedes Wetter
Durch sie gibst du deiner Schöpfung Leben

Der Wind als Energiequelle hatte mit dem Einzug der Motoren in Landwirtschaft und Industrie vielerorts ausgedient, doch heute kommt er zu neuen Ehren, Auch wenn es manchmal schwierig ist, ihn in mit seiner Unstetigkeit in moderne Energiekonzepte einzubinden. Aber er steht auch im Zusammenhang mit den Klimaveränderungen und den Wetter-Kapriolen der letzten Jahre und Monate.
Weiter ist er durch die Bestäubungsleistung bei den Windbestäubern eine Quelle des Lebens.
Okerstausee

Lob sei dir mein Herr durch Schwester Wasser
Sehr nützlich ist sie demütig kostbar und rein

Das Wasser hat für uns als Ursprung des Lebens eine besondere Bedeutung für unser Leben. So spielte auch die Reinhaltung des Wassers schon früh eine wichtige Rolle wie die ersten Beobachtungen und Aufzeichungen von Umweltverschmtzungen in der Literatur zu Gerbern oder auch in Fabeln zeigen.
Aber auch die Wasserkraftnutzung ist ein frühes Beispiel von Interessenkonflikten.
Beim Wasser erkennen wir den Wert für ein ehemals freies Gut erst seitdem es knapp und kostbar geworden ist. Die Reinheit als Merkmal für eine besondere Qualität gelangte zu einer Bedeutung lange bevor es chemische Untersuchungen gab.
So führte verschmutzes Wasser, bei die Ursache nicht zu klären war in der Vergangenheit zur Verfolgung von Aussenseitern (Hexen).
Abend

Lob sei dir mein Herr durch Bruder Feuer
Durch ihn ist die Nacht erhellt
Schön ist er freundlich kraftvoll und stark

Das Feuer ist die erste von der Sonne nicht direkt abhänge Energiequelle, die sich unter der Kontrolle des Menschen befindet. Das Licht in der Nacht läßt uns mit den Schrecken der Nacht besser umgehen und gibt uns Sicherheit. Damals war an den Antrieb von Maschinen nicht zu Denken. Aber Feuer als Quelle für Licht und Wärme brachte den Menschen einen bescheidenen Komfort. Doch unser Hunger nach Energie muss gestillt werden. Mit Holz, Dung, Tran, (Pflanzen-)Öl werden die Feuer gespeist und die einzige Gefahr lag darin, dass das Feuer ausser Kontrolle geriet und ganze Städte und Dörfer verbrannten.
Weizenfeld

Lob sei dir mein durch unsere Schwester Erde
Sie belebt und lenkt uns
Sie erzeugt viel Früchte
farbige Blumen und Gräser

Die Erder ist als Spender von Früchten für Nahrung und Futter eine unserer Lebensgrundlagen.
In der Vergangenheit (Bis zum Einsatz von Kohle und Erdöl) wurde bis zu 30% der landwirtschaftlichen Fläche für die Energiegewinnung benötigt. Hier sind neben dem Brennholz das Futter für die Zugtiere auf Bauernhöfen zu nennen.
Die Blumen haben neben der Schönheit oft Ihren Zweck als Heilmittel; die Gräser dienen als Viehfutter aber auch uns als Nahrung.
Wo stehen wir heute mit dem Einsatz von modernen Biotechniken wie der Gentechnik? Was dürfen und sollenwir einsetzen? Aber auch wo sind unsere Grenzen. Wo werden wir vom geschöpf und Teil der Schöpfung zum Beherrscher der Schöpfung? Wo sind die Grenzen für unser ethisches Handlen?
Köcherbaum

Lob sei dir mein Herr durch jene
die um deiner Liebe willen vergeben
und Schwachheit und Not ertragen
Selig die ausharren in Frieden
Du Höchster wirst sie krönen

Vier Stichworte fallen in diesem Abschnitt mir ins Auge:
Schwachheit
Not
Liebe
Frieden
Wo liegt der Lohn für das Engagement – Wie kann dieser Abschnitt vor dem Kontext eines Lobliedes verstanden werden? Das Loben fällt uns nicht in den Schoss. Vieles müssen wir ertragen, auch wenn es uns nicht verständlich ist und uns schwer verständlich ist. Oft geht es nur mit kleinen und kleinsten Schritten weiter.
Karfreitag

Lob sei dir mein Herr
durch unsere Schwester den leiblichen Tod
Kein lebendiger Mensch kann ihr entrinnen
Weh denen die in tödlicher Schuld sterben
Selig die sie findet in deinem heiligsten Willen
Der zweite Tod tut ihnen nichts Böses

Beim 1. Tod, dem leiblichen Tod gibt es kein Entrinnen. Es herrscht Angst vor nicht erfolgter Vergebung durch Mensch und Gott. Doch was ist unser Weg in dieser Welt?
Unsere Hoffnung ist im zweiten Tod zu bestehen und im Weltgericht die Auferstehung zu erleben.
Mühlenhof bei Blomberg

Lobt und segnet meinen Herrn
Dankt und dient ihm in großer Demut

Hier sind 4 Aufforderungen:
– Lobt
– Segnet
– Dankt
– Dient

Wie kann das aussehen?

Ich kann nur das loben, dass ich auch verstehe. Darum muss ich mich um Verstehen bemühen und In Zusammenhängen denken und Leben; und dieses mit Demut: Was ist das? Wie äußert sich diese?

Was ist Segen? – Du sollst ein Segen sein! – Du sollst gesegnet sein!

Wir haben eine Verbindung zu Gott die mit dem Segen auch als Band zwischen uns Menschen wirkt. Wir stehen mit unseren Aufgaben nicht allein da und sind Kinder Gottes Teil in einer Gemeinschaft. Diese Gemeinschaft lässt uns durch gemeinsames Handeln Aufgaben angehen zu denen wir als einzelner Mensch nicht in der Lage sind.

Als Menschen sind wir nicht das Maß der Dinge! Unser loben braucht aber nicht in der stillen Kammer stattfinden sondern kann auch im Weitersagen, im davon Reden und Sprechen geschehen.

Das Dienen geschieht einem Herrn gegenüber. und ist geprägt durch verantwortliches und nachhaltiges Handeln in kleinen Schritten die den bewussten Umgang mit dem Anvertrautem erkennen lassen.

Suchen Sie sich einen Punkt,
einen Aspekt, der für Sie wertvoll ist.
Wo möchte ich auch morgen noch loben können?
Und heute zeigt sich schon die Gefährdung!
Denken Sie in konkreten Schritten!
Wählen Sie Ihre Schritte klein genug.
Suchen Sie Verbündete.
Gehen Sie einen ersten Schritt.
Erzählen Sie anderen davon.

Wir können heute noch lobenn und wir sind dazu aufgefordert und können dies auch in unserem Handeln nach Aussen zeigen.

* Bruder Sonne mag erst befremdlich sein, doch auf Latein ist die Sonne männlich und der Mond weiblich.

Bei der Zusammenstellung der Bilder und Texte gab es eine Vielzahl von Bildern, die ebenfalls hierzu passen könnten. Ich habe sie daher mit den verwendeten Bildern zusammen in einer Galerie zusammengefasst.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.